Künstlerische Chuäfödlä aus Stein und Holz
Freitag, 28.08.2026
Chuäfödlä –
Eine Hommage an das Appenzellerland in Stein und Holz
Es gibt Künstler, die ihre Heimat malen. Und es gibt Christoph Fuchs, der sie meisselt. Der Stein- und Holzbildhauer aus dem Appenzeller Vorderland hat eine ganz eigene Form gefunden, das Besondere dieser Region einzufangen: Er schafft «Chuäfödlä» – Kuhhintern, in Stein gehauen oder aus Holz herausgearbeitet, mit handwerklicher Präzision und einem unverwechselbaren Augenzwinkern.
Christoph Fuchs ist im Kanton Zürich aufgewachsen, hat aber sein Herz längst ans Appenzellerland verloren. Den ersten Funken legte die Kindheit: Bei seinen Grosseltern in der Göbsi bei Haslen entdeckte er die Landschaft, die Tiere und die Traditionen des Appenzellerlandes. Diese frühen Eindrücke sollten sein ganzes Leben prägen. Nach einer Ausbildung zum Hochbauzeichner verschlug es ihn in die weite Welt – je ein Jahr in den USA und in Südamerika – bevor er endgültig im Appenzeller Vorderland sesshaft wurde. Dort baute und renovierte er Appenzeller Häuser, arbeitete als Architektur-Modellbauer und bildete sich in Kunst, Gestaltung und Bildhauerei kontinuierlich weiter. Als freischaffender Künstler stellt er seither im In- und Ausland aus.
Die entscheidende Begegnung mit den «Chuäfödlä» kam 2008. Christoph Fuchs war an die Art Herisau eingeladen – unter dem Leitthema «Alpstein». Auf der Suche nach einem Motiv, das diesen Begriff wirklich lebt, erinnerte er sich an die herbstlichen Viehmärkte, die in vielen Dörfern des Appenzellerlandes stattfinden. Dort stehen die Kühe geduldig und fast militärisch aufgereiht, warten auf die Begutachtung durch Viehschauexperten – und werden von den Besuchern meist von hinten bestaunt. Vielfältig und doch jede anders, jede für sich ein Charakter. Dieses so alltägliche wie eindrückliche Bild liess Fuchs nicht mehr los. Er griff zu Meissel und Hammer – und schuf seine ersten «Chuäfödlä».
Die Resonanz übertraf alle Erwartungen. Die charmanten Kuhhintern aus Stein und Holz begeisterten Menschen weit über das Appenzellerland hinaus. Heute stehen sie auf der ganzen Welt: bei Heimwehappenzellern in fernen Ländern, in Museen und renommierten Galerien. Sie sind Fuchs’ unverwechselbares Markenzeichen geworden – präzise gearbeitet, voller Ausdruck und mit reichlich Hintersinn.
Nun zeigt der Künstler eine Auswahl seiner Werke in Eichberg, im Garten und in der Galerie des Hauses zur alten Sonne. Neben den «Chuäfödlä» in verschiedensten Formaten und Materialien sind auch weitere Skulpturen und Bilder zu sehen, die einen anderen, ebenso faszinierenden Aspekt seines Schaffens beleuchten. Die Ausstellung lädt ein zum Staunen, Schmunzeln und Entdecken.
An der Vernissage malt Christoph Fuchs live auf kleinen Leinwänden (5×5 cm) – zum Beispiel ein «Chuäfödlä» oder ein anderes Motiv. Die fertigen Zeichnungen können die Besucher anschliessend selbst mit Aquarellfarben ausmalen. Jedes Bild wird zum Schluss lackiert und ist für 20 CHF erhältlich.






